Klima und Umwelt

Der geplante Betriebsbahnhof sowie die Zuführung liegt im Landschaftsschutzgebiet Weilimdorf-West.

Dieses zeichnet sich nach Einschätzung der Stadt Stuttgart durch eine vielfältige Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen, Grünland-, Acker-, Garten- und Waldflächen als sich ergänzende Lebensräume für einheimische Pflanzen und Tiere aus und dient als Naherholungsgebiet.

Die Flächen wurde durch Verordnung des Oberbürgermeisters der Stadt Stuttgart vom 3. September 2004 unter der Schutzgebietsnummer 1.11.046 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. (Quelle: Verordnung zum Schutzgebiet 1.11.046, siehe LUBW)

Der Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart ist ebenfalls Aufsichtsratsvorsitzender der Stuttgarter Straßenbahnen AG. Warum sollte diese Verordnung jetzt hinfällig sein?

Jegliche großfläche Bebauung im Westen Weilimdorfs lehnt das Aktionsbündnis kategorisch ab.

Quelle: OpenStreetMap (Bearbeitung T.Hörnle)

Man darf nochmals darauf hinweisen, dass der Bezirksbeirat Weilimdorf schon 2006 einstimmig weitere Ausweisungen von Bauflächen zu Lasten von bestehenden Flächen für Landwirtschaft und Erholung in Weilimdorf grundsätzlich abgelehnt hat. (Quelle: WeilAktiv)

Jedoch war die Abneigung gegen eine Bebauung schon 2017 nicht mehr von großer Bedeutung. (Quelle: STZ) Nun wird westlich der Bergheimer Straße ein Pflegeheim geplant.

Kalt- und Frischluftschneise

In Weilimdorf herrscht größtenteils eine Wetterlage mit Wind aus West und Nord-West. Daher ist es zwingend notwendig die beabsichtigte Bebauung zu unterlassen.

Quelle: Obsthof Hörnle

Das von der SSB AG favorisierte Gelände Flachter Str. liegt an der Engstelle des Landschaftschutzgebiets Weilimdorf-West. Durch diese Schneise fließt ein vom Umweltamt der Stadt ausgewiesener Luftstrom um Weilimdorf, Feuerbach und auch die Innenstadt mit Kalt- und Frischluft zu versorgen.

Jede weitere Bebauung dieser durch die Erhebung zum Landschaftsschutzgebiet gesicherten Engstelle beeinträchtigt die Wirkung dieses Luftstroms. Äcker und Wiesen sind für die Entstehung von Kaltluftgebieten wichtig. Jede Reduktion bekommen die Weilimdorfer, Feuerbächer und Stuttgarter zu spüren.

Quelle: LUBW, OpenStreetMap (Bearbeitung T.Hörnle)

Schon die Verordnung des benachbarten Landschaftsschutzgebietes “Reisachmulde-Lemberg” macht deutlich, dass das Gebiet nicht überbaut werden darf.

Sicherung und Entwicklung der ökologischen Anbindung der “Reisachmulde” an das offene Land westlich der “Glemsgaustraße” im Sinne des Biotopverbundkonzeptes;

(Quelle: Verordnung zum Schutzgebiet 1.11.037, siehe LUBW)

Hintergrund zu Kaltluftentstehungsgebiete

Die Anforderungen an optimale Kaltluftentstehungsgebiete mit maximaler Leistungsfähigkeit für den Wirkungsraum werden wie folgt formuliert:

  • Erhalt und Ausweitung der acker- oder weidewirtschaftlich genutzten Flächen, in Hanglagen auch Waldflächen
  • Nutzungsumwidmungen sind zu vermeiden (Aufforstung oder Besiedelung)
  • eine Verminderung der Flächen um mehr als 5 % ist zu vermeiden
  • beim Brachfallen der Flächen soll Kaltluftproduktion und -abfluss durch entsprechende
  • Pflegemaßnahmen erhalten oder wenigstens nicht beeinträchtigt werden
  • Strömungshindernisse v.a. durch Besiedelung und hangparallele Bebauung oder Bepflanzung vermeiden
  • Beeinträchtigungen der Luftqualität durch emissionsträchtige Nutzungen im Kaltlufteinzugsgebiet ist zu vermeiden
  • Erhalt des räumlichen Zusammenhangs zwischen den kaltluftproduzierenden Flächen
  • direkter Anschluss an ein stömungshindernis- und emisionsfreies Kaltluftabflussgebiet und dadurch Verbindung zum klimatisch belasteten Siedlungsgebiet

(Quelle: Christiane Fenn, aufgerufen bei www.stadtklima-stuttgart.de)